Die neuen Großgrundbesitzer - das Geschäft mit Europas Boden

arte
2015
15.09.2015 um 22:45 Uhr

 (53 min)

Rumänien ist für internationale Investoren besonders attraktiv. Zwar gab es schon während des Sozialismus riesige Agrarstrukturen. Doch seit der Öffnung des Ostens kaufen sich immer mehr ausländische Investoren ein. Auch in Ostdeutschland hat mit der Finanzkrise der Run auf Ackerflächen begonnen. Auch hier investieren in zunehmende Maße branchenfremde Firmen. Einer der Hauptplayer ist die KTG-Agrar. Ein börsennotiertes Unternehmen, das 35.000 Hektar Ackerland in Deutschland und 8000 Hektar in Litauen bewirtschaftet. Jährlich bekommt das Unternehmen zwischen sieben und neun Millionen Euro an Fördergeldern. Ganz anders sieht es in Frankreich aus, hier spielten ausländische Investoren bislang keine große Rolle. Zum Teil geht man einen ganz anderen Weg als im restlichen Europa. In Frankreich regelt die Institution Safer den Zugang zu Land  und hilft Bauern, einen Hof zu gründen. Doch das System scheint nicht überall gleich gut zu funktionieren. Die Landwirtschaft verändert daher auch in Frankreich ihr Gesicht. Kleinen Bauern fällt es immer schwerer, an Land zu kommen. Mehr und mehr Betriebe werden zu Gesellschaften umgewandelt. In der spanischen Provinz Andalusien hat Großgrundbesitz Tradition, vom Landbesitz haben seit jeher nur einige wenige profitiert. Der Bevölkerung blieb meist nur die Lohnarbeit. In Andalusien besitzen nur zwei Prozent der Bevölkerung die Hälfte der Anbauflächen. Das kleine Dorf  Marinaleda bietet einen Gegenentwurf zum Modell der Landkonzentration. Ende der siebziger Jahre besetzten Tagelöhner die Finca eines Adeligen. Mehrfach wurden sie geräumt, doch am Ende enteignete die andalusische Regierung den Aristokraten. Seitdem verwalten die Einwohner 1200 Hektar gemeinsam in Form einer Kooperative. Ein Vorbild für die Bauern im restlichen Europa? Jutta Pinzler und Cordula Echterhoff hinterfragen die verschiedenen Agrar-Modelle und die Zukunft der europäischen Landwirtschaft.

Der Film lief im Rahmen des "Hunger.Macht-Profite"-Festivals 2017:

http://www.hungermachtprofite.at/

und wird auch auf dem "NaturVision" Filmestival 2017 gezeigt:

http://festival.natur-vision.de/de/

 

 

Kontakt: 
Jutta Pinzler
Geschäftsführerin
jutta.pinzler [at] sagamedia.de