Große Meister, leichte Beute? Kriminelle greifen nach der Kunst

arte
2009
19.02.2009 um 22.30 Uhr

Kunst ist ein Milliardengeschäft: jährlich werden weltweit Werke im Wert von rund 40 Milliarden Euro gehandelt. Die hohen Summen wecken Begehrlichkeiten: immer mehr Diebe, Räuber und Fälscher entdecken den Kunstmarkt für sich. Die Kunstkriminalität boomt. Laut Interpol zählt das Geschäft mit geraubter Kunst nach Drogenhandel, Geldwäsche und Menschenhandel zu den einträglichsten kriminellen Delikten. Experten schätzen den jährlichen Schaden auf rund sechs Milliarden Dollar. Die Aufklärungsquote ist gering. Rund 80 Prozent aller Kunstraub-Fälle werden niemals gelöst, die Werke bleiben verschollen.

Auch der Handel mit Fälschungen lässt sich schwer aufdecken und nimmt stetig zu. Der wirtschaftliche Schaden, der jedes Jahr durch Fälschungen entsteht, ist immens. Experten schätzen ihn auf rund 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Die Autorin Jutta Pinzler analysiert das Phänomen. Sie trifft Detektive, Kunsthändler, aber auch Fälscher und deren Händler und zeigt wie sich die Kunstkriminalität in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Die Geschichte der Kunstkriminalität ist fast so alt wie die Kunst selbst. Im vergangenen Jahrhundert erreichte sie einen spektakulären Höhepunkt: 1911 wurde die Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen. Zwei Jahre blieb das Meisterwerk verschollen, bis die Polizei einen der Diebe beim Versuch, das Bild zu verkaufen, fassen konnte. „Große Meister, leichte Beute“ rekonstruiert die Tat, dabei erklären Experten wie es zu dem Kunstdiebstahl des Jahrhunderts kommen konnte. Die Diebe von damals gingen ohne Gewalt vor, das ist heute anders. Der spektakuläre Raub in der Züricher Bührle Sammlung macht das deutlich: Im Februar 2008 kam es in der Schweiz zum größten Kunstraub Europas. Vier Meisterwerke des Impressionismus im Wert von ca. 113 Millionen Euro wurden gestohlen. Die Täter gingen dabei äußerst gewalttätig vor. Wir zeichnen die Hintergründe nach.