Dicke Freundinnen

arte
2005

Vier Teenager - Regine, Christina, Stefanie und Sandra - machen sich im Sommer 2005 auf den Weg in die Fachkliniken Wangen im Allgäu. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Abnehmen! Vorsichtig, manchmal ungeschickt und dann wieder zickig, lassen sich die Mädchen auf einander ein. Der Erfolg der Kur ist nicht nur in verschwundenen Kilos aufzuwiegen.

Die Mädchen

Wer sind die "dicken Freundinnen"?
Sie heißen Regine, Christina, Stefanie und Sandra, und sie haben alle das gemeinsame Ziel: Abnehmen!

Aber wer sind die vier Mädchen, die Protagonistinnen der Doku-Soap "Dicke Freundinnen"? Wie sehen sie heute aus?

Die Mädchen stellen sich vor

"Abnehmen hat voll viel Spaß gemacht" 

Christina über sich: 
"Als ich im Sommer 2005 in die Reha nach Wangen gekommen bin, war ich 15 Jahre alt und habe 79,9 Kilo gewogen. Ich kam nicht mehr mit mir und meinem Essverhalten klar. Um abzunehmen habe ich tagelang nichts gegessen und getrunken, dass das ein Fehler war, habe ich erst in der Reha gelernt.

Bei der Entlassung wog ich 66,8 kg. Jetzt wiege ich 60 – 61 kg manchmal auch 59, es kommt immer darauf an, was ich alles am Tag vor dem Wiegen gegessen habe!!! Insgesamt habe ich seit der Reha 19,9 kg abgenommen.

Am Anfang dachte ich, dass ich das nie wochenlang aushalten werde, aber dann fand ich es total schön, das Abnehmen hat voll viel Spaß gemacht. Man hatte immer Hilfe dabei und wurde von seinen Freunden (die man in der Zeit kennen gelernt hat) super unterstützt und wenn man ein Problem hatte oder gerade in einem totalen Loch war, so dass man einfach abbrechen wollte, haben sie einen da raus geholt.

Ich vermisse die Zeit in Wangen mit der Gruppe und den netten Betreuern, ich vermisse die Mittagspause, die Freizeitveranstaltungen und ich vermisse sogar den Frühsport. In der Gruppe hat der immer viel Spaß gemacht.

Ich kann jetzt alles tragen, was ich will, weil ich nicht mehr so einen dicken Schwabbelbauch habe, sogar endlich in Kleidergröße 34/36.

Im Gegensatz zu vor der Reha gehe ich jetzt am Wochenende immer in die Disco. Es ist für mich total ungewohnt, dass Jungen mich anstarren und süß finden. Ich bin mit Mike zusammen, den ich über alles liebe. Der mich auch anruft, wenn er es mir sagt. Er findet mich voll sexy und wunderschön."

"Meine Leidenschaft ist das Zeichnen" 

Steffi über sich: "Als ich 14 Jahre alt war kam ich zum Abnehmen und wegen meiner Essattacken nach Wangen im Allgäu. Ich wog 115 Kilo.

Anfangs hatte ich natürlich Angst, wie jeder denke ich mir mal, wie es da so sein wird und ob ich Freunde finde. Aber ich wurde von allen freundlich empfangen. Natürlich gab es ab und an ein paar Streitereien und Zickereien, aber die wurden, dank der lieben Betreuer, immer relativ schnell gelöst! Während der Reha wurde ich dann 15. Leider konnte ich nicht mehr verlängern, da ich nach Hause musste und in die Schule! Find ich sehr schade, weil ich gerne länger dort geblieben wäre, was mir sicher mehr gebracht hätte! Jedenfalls hab ich dort sehr viele Freunde gefunden, die ich auch NIE wieder verlieren möchte!

Ich mache in meiner Freizeit sehr viel! Ich spiele gerne Badminton, geh schwimmen, chatte, singe sehr gerne (obwohl ich das nicht wirklich kann *gg*), und natürlich meine größte Leidenschaft, das Zeichnen! Ich zeichne für mein Leben gerne! In der Schule bin ich ... naja wie kann man das ausdrücken? Ich bin eben nicht gut aber eben auch nicht schlecht! So ein Mittelding! Natürlich gibt es Fächer, in denen man total schlecht ist oder total gut, aber ich denke das ist bei jedem so!

Mir geht es jetzt nach der Kur leider nicht so gut. Ich habe zwar viel gelernt, auch viel über mich .. und ich habe vor, noch einmal zur Reha zu gehen, wenn das möglich ist. Ich bin leider wieder in meine alten Verhaltensmuster gerutscht und habe auch wieder zugenommen. Jetzt gehe ich aber regelmäßig zu einer Psychologin und hoffe, sie kann mir helfen."

"Ich wiege jetzt 20 Kilo weniger" 

Sandra über sich: "Als ich in die Klinik kam, war ich 14 Jahre alt, habe 108,8 Kilo gewogen und war 1,64 m groß. Ich hab mich nicht sehr wohl gefühlt in meiner Haut, weil ich einfach zu dick war. Ich hab nicht viel gemacht in dieser Zeit, hing immer auf der Couch rum vor dem Fernseher oder Computer. Heute ist es anders geworden, ich gehe oft mit Freunden weg. Ich fahre auch mit meiner Schwester Fahrrad, auf so eine Idee wäre ich früher nicht gekommen.

Der Aufenthalt in der Klinik hat mir viel gebracht. Ich habe Sachen gelernt, die ich früher nicht kannte: Meinen Körper zu akzeptieren, wie wichtig Sport und die richtige Ernährung für ihn ist. Wenn ich nicht in die Klinik gegangen wäre, wäre ich irgendwann geplatzt. Ich habe sehr viele neue liebe Freunde kennen gelernt, die mir alle geholfen haben, nicht aufzugeben. Sie haben mir sehr viel Kraft gegeben. Sie waren einfach nur bei mir, auch die Betreuer waren immer für mich da, wenn ich Probleme hatte. Selbst wenn ich mal meine täglichen 5 Minuten hatte, waren sie sofort da und haben mit mir geredet, was denn los sei. Die Betreuer waren echt die liebsten und besten Betreuer, die ich jemals in meinem Leben kennen gelernt habe.

Inzwischen bin ich wieder zu Hause mit 20 Kilo weniger. Ich wiege nur noch 85 Kilo und versuche immer noch, meine Sache durchzuziehen – egal was die anderen sagen! Hier geht es zwar nicht so schnell mit dem Abnehmen, weil man einfach wieder auf sich alleine gestellt ist. Ich habe nicht mehr die Betreuer, die Freunde, die mir echt ans Herz gewachsen sind. Ich muss es einfach alleine durchziehen.

Meine Hobbys sind Freunde treffen, Internet, Fahrrad fahren, shoppen. Ich liebe Jeanette Biedermann über alles, sie ist ein echtes Vorbild für mich. Sie sieht klasse aus, sie kann gut singen, sie hat ’ne hammermäßige Ausstrahlung!!!"

"Das Beste, was mir je passiert ist" 

Regine über sich: "Ich heiße Regine Nußbaumer. Meine Hobbys sind: reiten, singen, snowboarden, Rad fahren, Inline skaten, Ski fahren, schwimmen, Musik hören.

Bevor ich nach Wangen ging, war ich 1,60 m groß, 80 Kilo schwer und 13 Jahre alt. Ich wurde so dick, weil ich bei Langeweile oder wenn ich frustriert war, immer zum Essen griff. Am meisten aß ich am Abend (fünf Salamibrote mit Ketchup und Mayonese drauf, dazu eine Tafel Schokolade und eine Flasche Spezi). Ich habe oft zu Hause alleine versucht abzunehmen, doch ich habe es nicht geschafft. Mit 13 Jahren hatte ich einen Termin beim Kinderarzt zur Voruntersuchung, dabei stellte sich heraus, dass ich einen zu hohen Cholesterinspiegel hatte. Nach einem ausführlichen Gespräch mit meiner Mama und mit meinem Kinderarzt war ich einverstanden mit einer Reha-Maßnahme. Es ist wichtig, selber dazu "ja" zu sagen.

Nach einem dreiviertel Jahr bekam ich den Platz in der Fachklinik Wangen im Allgäu. Die Klinik war das Beste, was mir je in meinem Leben passiert ist. Ich habe gelernt, wie ich bewusst und gesund esse. Ich habe gelernt, dass ich nicht so viel brauche, wie ich immer gedacht habe. Dass ich erst zuhöre, was andere sagen und darüber nachdenke, bevor ich antworte. Ich habe auch sehr viele neue Freunde gewonnen. Das alles habe ich nicht allein geschafft, mir haben die Betreuer sehr viel geholfen. Sie waren immer für mich da, wenn ich sie gebraucht habe. Sie sind die besten Betreuer der Welt. Ich habe nach 10 Wochen die Reha mit 66,8 Kilo, 1,62m und 14 Jahre alt erfolgreich abgeschlossen. Jetzt wiege ich 62 Kilo, und ich bereue bis heute keine einzige Sekunde, die ich in der Fachklinik in Wangen erlebt habe!"

Kontakt: 
Iris Bettray
Geschäftsführerin
iris.bettray [at] sagamedia.de