Punkt 12 – Das RTL-Mittagsjournal

RTL
2008/2012
Montags - Freitags, 12 Uhr

Punkt 12 ist das Mittagsmagazin von RTL und bietet jeden Tag zwei Stunden lang einen abwechslungsreichen Themen-Mix aus Nachrichten, Lifestyle und Service. 

Die Beiträge von sagamedia für Punkt 12:

 

Papa wird eine Frau

In Deutschland gibt es zwischen 5000 und 7000 Transsexuelle. Das sind Männer oder Frauen im falschen Körper. Sie können sich operieren lassen um ihrem gefühlten Geschlecht möglichst nahe zu kommen. Doch dahin ist es ein weiter Weg: Zunächst müssen sie in unzähligen Behördengängen und Besuchen bei Psychologen ihre Transsexualität nachweisen.

Die 41-jährige Susanne sieht auf den ersten Blick wie eine ganz normale Frau aus. Doch das war nicht immer so. Ihr eigentlicher Name ist Robert. Vor 6 Jahren entschloss sich Robert als Frau zu leben. Jetzt will sie auch offiziell ihren Namen ändern, denn der Männername stiftet häufig Verwirrung. Damit ihr Körper weibliche Formen bekommt, nimmt Susanne Hormone. Nur die Geschlechtsangleichende Operation fehlt ihr noch.

Für ihr neues Leben als Frau hat sie ihre Familie und ihre Heimat in Bayern aufgeben. An ihr Leben als Mann, Ehemann und Vater erinnert sie sich nur ungern. 
Aline, Susannes Ex-Frau lebt seit der Trennung alleine mit den gemeinsamen Töchtern, der 10-jährigen Shanigwa und der 8-jährigen Franziska. Einmal im Monat besucht Susanne ihre Exfrau und ihre beiden Töchter. Für Aline sind die Begegnungen sehr belastend. Sie kann sich nur schwer daran gewöhnen, dass sich ihr Ex-Mann mehr und mehr in eine Frau verwandelt. 

Für die Mediendesignerin Susanne ist es schwierig in der neuen Stadt beruflich Fuß zu fassen. Eine Zeitlang lebte sie bereits von Arbeitslosenhilfe. Sie arbeitet zum Beispiel als Fotomodell. Da kann sie zudem ihre neue weibliche Seite voll auskosten. 

Zudem kann sie jetzt ihren neuen Ausweis mit dem weiblichen Vornamen beim Bürgeramt in Köln abholen. 3 Jahre Behördengänge und psychologische Beratungen liegen hinter Susanne. Jetzt will sie ihr neues Leben genießen und sich an den letzten Schritt wagen: In einem Jahr wird Susanne operiert, dann ist sie 100%ig eine Frau.

Leben mit der Fischschuppenkrankheit

Eine Grippe hatte schon jeder. Doch manche Krankheiten sind so selten, dass sie kaum erforscht sind. Robin und Amy haben die seltene Fischschuppenkrankheit. Ihre Haut pellt sich ständig, und die großen Schuppen fallen dann ab und hinterlassen schmerzhafte offene Wunden. Sie müssen sich andauernd eincremen und jeden Tag baden, um ihr Leiden zu ertragen.

Die Schulzes wohnen auf der Insel Fehmarn. Von weitem sind sie eine ganz normale Familie: Vater, Mutter und 2 Kinder. Doch die beiden Sprösslinge der Schulzes: Der 7-jährige Robin, und die 5-jährige Amy haben eine seltene Hautkrankheit: die Ichthyose: Ihr Haut fällt ständig in Schuppen vom Körper ab, dabei bilden sich tiefe Narben. 

Alle paar Tage geht Annette mit den Kindern zum Arzt. Dr. Römermann, musste sich selbst erst schlau machen, wie er die Kinder am besten behandelt. Eine endgültige Heilung gibt es für Robin und Amy nicht, denn Ichthyose ist ein sehr seltener Gendefekt. Nur 1000 Menschen in Deutschland haben diese Erkrankung. Annette Schulze steht jeden Morgen um 5 Uhr auf. 2 Stunden braucht sie jeden Tag für die Morgenpflege. Die Kinder lassen die Prozedur nur ungern über sich ergehen, kein Wunder, die Schuppen schmerzen. Ihre Krankenkasse wollte zunächst kein Pflegegeld bezahlen. Annette musste erst vor Gericht darum kämpfen. Dabei ist die Pflege von Robin und Amy ein Vollzeitjob. Allein die Badeprozedur 2 Mal am Tag raubt der Mutter viel Zeit.

Obwohl Robins Schule nur 2 Kilometer weg ist, bringt Annette ihren Sohn jeden Tag mit dem Auto dorthin. In der Schule wartet eine eigene Betreuerin auf den 7-jährigen. In der Schuppenhaut lebt Robin wie in einem Kokon. Er kann nicht richtig schwitzen und überhitzt schnell. Das hat schlimme Folgen. Der Körper kann so stark überhitzen, dass es zum Herz- Kreislaufkollaps kommt, deswegen muss immer jemand bei ihm sein.
Auch Amy spielt eine Sonderrolle im Kindergarten. Die Schuppenhaut ist wie ein Handschuh. Durch diese Hülle kann sie nicht richtig fühlen. Jeder Handgriff muss extra trainiert werden. Eine Erzieherin cremt Amy alle 2 Stunden ein. Ohne diese zeitraubende Behandlung würde ihre Haut einreißen, und anfangen zu bluten. 

Solange die Kinder in der Schule und im Kindergarten sind, kümmert sich Annette um den Haushalt. Drei mal am Tag saugt sie alle Böden ab. Überall liegen Schuppen. Die Kleidung der Kinder ist durch die Cremes mit Fett verschmiert, und die Betten sind voller Hautpartikel. Doch die Schulzes sind mit ihrem Problem nicht alleine. Sie haben sich mit anderen Betroffenen zu einer bundesweiten Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen. Regelmäßig treffen sie sich um Erfahrungen auszutauschen und geben sich Hinweise welche Creme oder welche Therapie hilft. 

Wie lange es dauert, bis eine Gentherapie entwickelt ist um die Erbkrankheit Ichthyose zu heilen, kann niemand sagen, doch Amy, Robin, Annette und Uwe sind gerüstet: Sie haben sich mit der Krankheit arrangiert.

Der Inselarzt von Langeoog

Vor drei Jahren hat der gemütliche Landarzt Dr. Raddatz die Praxis in einem uralten, windschiefen Fährhaus auf der Nordseeinsel Langeoog übernommen. Er hatte schon lange davon geträumt seine Arztkarriere auf der Insel zu beenden, wo schon sein Onkel als Dorfsheriff tätig war. Nun muss Doc Raddatz das leisten, was auch ein kleines Krankenhaus auf dem Festland leisten muss. Denn nach Fachärzten sucht man auf der kleinen Insel vergeblich. Lediglich einen weiteren Arzt gibt es auf der Insel – Dr. Koller und Dr. Raddatz arbeiten eng zusammen.
Kleine Kinder gehören ebenso zu ihren Patienten wie alte Fischer, die zahlreichen Sommertouristen genauso wie werdende Mütter und nicht zuletzt zählen auch viele Vierbeiner zu ihrem Patientenstamm. Die beiden Ärzte lieben diese tierische Abwechslung besonders. 
Aus seiner langjährigen Erfahrung als Landarzt auf dem ostfriesischen Festland kennt sich Doc Raddatz aus mit Hunden, Pferden und Katzen. So wird bei seinen Hausbesuchen nach Frauchen nicht selten auch das Hundchen verarztet. „Auf der Insel kommt alles vor, was es im Leben gibt“.

Im Zweifel gegen den Vater

Der geschiedene Bernd Leser kämpft darum, seinen Sohn regelmäßig sehen zu können. Die Mutter legt ihm Steine in den Weg. Nicht nur, dass sie schon fünfmal umgezogen ist. Sie wohnt mittlerweile so weit weg, dass er alle 14 Tage 1000 km hinter sich bringen muss, um seinem Sohn ein guter Vater sein zu können. Sein Anwalt Bernhard Theisen hilft ihm dabei, dass die Termine von der Mutter wirklich eingehalten werden und auch eine vernünftige Urlaubs- und Feiertagsregelung gefunden wird. Der Anwalt Bernhard Theisen gehörte früher zu den Anwälten, die generell auf Seite der Mutter stehen und den Vater auch gerne mal ausgebootet haben – egal, wie die Sachlage war. Heute schaut er sich den Fall genau an und weiß, dass ein Kind immer ein Recht auf Vater und Mutter hat. Er arbeitet beim zum „Cochemer Modell“ mit. Jugendamt, Familiengericht und Anwälte ziehen hier an einem Strang, um getrennte Eltern davon zu überzeugen, dass ein Kind ein Recht auf beide Elternteile hat, und dass die Kinder nicht wegen Streit zwischen den Eltern Vater oder auch Mutter nicht mehr sehen können.

Zu groß – na und?

Rolf Mayr ist 2,22 m groß. Bei seinen beiden Söhnen (6 und 12) geht man davon aus, dass sie ebenfalls diese Größe erreichen, denn Hochwuchs vererbt sich. Der 12jährige ist jetzt schon 1,81 groß. Man kann in der Pubertät eine hormonelle Behandlung durchführen, um das Wachstum zu stoppen. Dadurch durchläuft man die Pubertät zu einem frühen Zeitpunkt innerhalb eines Jahres. Eine solche Behandlung lehnt Rolf Mayr als unnötigen Eingriff in die natürliche Entwicklung ab: „Wir sind nicht krank, wir sind nur übergroß“. Seiner Meinung nach ist es durchaus möglich, gut mit einer solchen Größe zu leben. Er lebt es seinen Söhnen vor. Natürlich kann man nicht in jedem Geschäft Kleidung in der richtigen Größe bekommen, auch passt man nicht in jedes Auto – aber das sind lösbare Alltags-Probleme.

Kinderstars

Assia ist vor der Kamera schon ein echter Profi. Die Achtjährige ist ein beliebtes Kindermodell, sie steht oft für Katalogwerbung vor der Kamera. Professionelle Unterstützung bekommt sie von der Star Movie Kids Agentur, die sich auf Kindercastings spezialisiert hat. Die Chefin, Doris Liem vermittelt ihre Schützlinge an Fotografen, Produktionsfirmen und auch ans Theater. Kinder dürfen per Gesetz nur ein paar Stunden vor der Kamera stehen und, das ist Frau Liem besonders wichtig: die Kleinen sollen Spaß an der Sache haben. 

Spaß haben auch die Kinder im Schauspielunterricht in der Berliner Star Movie Kids Filiale. Hier werden Kinder und Jugendliche spielerisch auf Castings für Film und Fernsehen vorbereitet. Professionelle Schauspieler unterrichten die Schüler – sie lernen sich in Rollenspielen vor der Kamera zu präsentieren und mit Stimme und Körpersprache zu überzeugen. 

Auch Assia hat gelernt vor der Kamera aus sich herauszukommen. Sie weiß genau was die Fotografin von ihr will und spielt gerne mit. Und auch wenn sie später kein Topmodell wird - die Achtjährige hat schon eine Menge erlebt.

Der Profi und der Frischling  - die Wasserrutschentester vom TÜV!

Hilfe, unsere Rutsche muss zum TÜV! Was für Autofahrer gilt, ist auch für Wasserrutschen-Besitzer ein Muss: Jährlich müssen in Deutschlands Schwimmbädern die Wasserrutschen von den Technikern des Technischen Überwachungsvereins geprüft werden. Und wenn die TÜV-Prüfer Hans Küpper (52) und Michael Eßer (25) anrücken, dann entgeht ihnen in Badehose und Schwimmbrille nichts.

Material, Zustand, Sauberkeit der Anlage, Zugangswege und und und werden penibel unter die Lupe genommen. Sind abgewetzten Gummimatten vom letzten Mal ausgewechselt? Die aufgequollenen, weil defekten Fugen der Rutsche ausgebessert? Die Hinweisschilder mit der Altersbegrenzung gut sichtbar? Nur dann gibt’s die TÜV-Plaketten, und die Rutsche wird wieder frei gegeben.

Den beiden Herren Dipl-Ing. entgeht nichts. Was das Ganze aber besonders spannend macht: Michael Eßer ist zwar studierter Ingenieur, aber als TÜV-Prüfer mit erst zwei Jahren Berufserfahrung ein “Frischling“. So schaut Prüfer Küpper, schon ein Vierteljahrhundert beim TÜV, nicht bei den Rutschen genau hin, sondern auch seinem Zögling auf die Finger.

Und bei allem Ernst und einer doppelten Prüfung: wenn es mit hunderte kurvige Meter oder gar Loopings, manchmal mit zig km/h  abwärts geht, dann weckt das auch das Kind im Mann. Solche Sicherheitschecks machen den Männern vom TÜV meist eines: Spaß!

Kontakt: 
Stefanie Gerhards
Redaktionsleitung
stefanie.gerhards [at] sagamedia.de