Armeen im Griff der Konzerne - Verteidigung als Geschäft

arte
2018

Die Streitkräfte stehen unter Druck – in Deutschland wie in Frankreich. Beide Armeen sind, wie seit Jahrzehnten nicht, durch Auslandseinsätze von Afghanistan bis Nordafrika gefordert. Dabei kämpft die französische Armee  - ähnlich wie die Bundeswehr - mit Finanzproblemen, schlechtem Material und Personalmangel.Outsourcing und die Zusammenarbeit mit zivilen Firmen versprechen günstige Preise und schnelle Lösungen. Bei Auslandseinsätzen geht von der Aufklärungsdrohne bis zur Wäscherei schon jetzt nichts mehr ohne Privatfirmen. Ein Rüstungskonzern betreibt das GÜZ, Deutschlands wichtigsten Truppenübungsplatz. In Frankreich gehört einem Industrie-Konsortium bis 2041 sogar das neue Verteidigungsministerium.

Gleichzeitig engagieren sich unsere Politiker und Militärs für Waffenexporte in alle Welt, um die heimischen Rüstungsindustrien zu erhalten. Ehemalige Minister wechseln als Lobbyisten zu Rüstungsfirmen. Und wer Waffen aus Frankreich oder Deutschland kauft, der bekommt auch gleich eine Ausbildung durch die jeweilige Armee. Externe Firmen liefern längst nicht mehr nur die Ausrüstung der Streitkräfte, sondern auch KnowHow und Personal.  Wie viele private Interessen stecken schon jetzt in den Armeen? Wie viel Outsourcing verträgt das staatliche Gewaltmonopol und die demokratische Kontrolle der Armeen? Und was bedeutet es, wenn Krisen und Kriege auch Profit bedeuten?

Die investigative Dokumentation legt offen, wie weit die Privatisierung bereits fortgeschritten ist, wie eng die Verbindungen zur Rüstungsindustrie sind und welche fatalen Folgen diese Verstrickungen in der Zukunft haben könnten. Unsere Autoren hatten Zugang zur französischen Armee und der Bundeswehr, konnten bei Übungen und Auslandseinsätzen wie in Afghanistan drehen und Verantwortliche aus Politik, Armee und Industrie mit ihren Recherchen konfrontieren. 

Kontakt: 
Jutta Pinzler
Geschäftsführerin
jutta.pinzler [at] sagamedia.de